Raumakustik im Büro - ein Überblick
Eine gute Raumakustik gehört zu den entscheidenden Faktoren für Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Arbeitszufriedenheit im Büro.
Besonders in Mehrpersonen- und Großraumbüros wirken sich Schallreflexionen, Lärmpegel und Nachhall unmittelbar auf Konzentration und Stressniveau aus.
Die Grundlagen: Schall und Lautstärke am Arbeitsplatz
Schall entsteht durch Schwingungen und breitet sich kugelförmig aus. Entscheidend für die Belastung sind vor allem die Lautstärke, gemessen in Dezibel dB(A), und die persönliche Hörempfindung. Beispielsweise werden tiefe Frequenzen als leiser wahrgenommen als höhere Töne.
Für Büroumgebungen gelten folgende Orientierungswerte:
· 35-50 dB: optimale Konzentrationsbedingungen, sehr gute Sprachverständlichkeit
· 50-65 dB: typische Gesprächslautstärke - bereits störend bei Dauerbelastung
· >70 dB: deutliche Stressreaktionen und Leistungsabfall
· >85 dB: Risiko für dauerhafte Hörschäden bei längerer Exposition
· Eine Zunahme von 10dB wird als Verdopplung der Lautstärke wahrgenommen!
Studien zeigen, dass bereits moderate Bürogeräusche die Produktivität um bis zu 15% reduzieren können. Darum wird jede Verbesserung der Akustik als angenehme Entlastung wahrgenommen.
Der wichtigste Faktor im Büro: Der Nachhall
In Innenräumen entsteht Lärm nicht nur durch die Schallquelle selbst, sondern auch durch Reflexionen an harten Oberflächen und somit durch Überlagerung der Schallwellen.
Die sogenannte Nachhallzeit beschreibt kurz gesagt, wie lange ein Geräusch nachklingt. Für Büros werden 0,5-0,8 Sekunden Nachhallzeit für gute Sprachverständlichkeit empfohlen.
Ist der Nachhall länger, überlagern sich die Gespräche stärker. Die Mitarbeitenden sprechen lauter und der Gesamtgeräuschpegel steigt immer weiter. Ein überdämpfter Raum mit zu geringer Nachhallzeit wird jedoch auch als unangenehm und unnatürlich empfunden.
Auswirkungen schlechter Akustik im Büro
Ständige Sprachgeräusche gehören zu den größten Störfaktoren im Büro. Hinzu kommen beispielsweise Drucker, Klimaanlagen, Tastaturgeräusche, unsere Schritte auf dem harten Boden und im Zweifel auch noch der Staubsauger. Allein ein Staubsauger liegt schon bei einer Lautstärke von 70-80 db(A).
Dauerlärm führt zu deutlichen Stressreaktionen. Der Herzschlag beschleunigt sich, unser Blutdruck steigt. Das wiederum führt zu erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Schlafprobleme und Erschöpfung können Folgen sein.
Hauptursachen
· große, offene Raumstrukturen
· glatte Materialien wie Glas, Beton oder Metall, harte Fußböden
· fehlende schallabsorbierende Flächen
· hohe Kommunikationsdichte
Lösung
· Baffeldecken und Deckensegel
· Wandpaneele und Trennwände
· textile Materialien wie Teppiche oder Vorhänge
· Polstermöbel und dekorative Akustikelemente
· poröse Oberflächen zur Schallabsorption, strukturierte Oberflächen zur Schallstreuung
Eine gute akustische Gestaltung der Büros kann den wahrgenommenen Lärm um bis zu 50% reduzieren und Wohlbefinden wie auch Konzentrationsleistung deutlich verbessern.
FAZIT
Im Büro ist Raumakustik ein zentraler Einflussfaktor für Produktivität und Gesundheit. Entscheidend sind vor allem ein moderater Geräuschpegel, kurze Nachhallzeiten und ausreichende Schallabsorption. Gezielte akustische Maßnahmen zählen daher zu den wirksamsten und zugleich nachhaltigsten Verbesserungen moderner Arbeitsumgebungen.
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